„Wie lange werden wir hier sein?“ – Deportationen nach Minsk 1941
Vor 85 Jahren wurden über 7.000 Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich nach Minsk deportiert. SS-Einheiten ermordeten einen Großteil der Deportierten später im Ghetto von Minsk, in dem Waldstück Blagowschtschina und in dem Vernichtungslager Malyj Trostenez.
Die belarussische Regisseurin Mila Klintsova ist Stipendiatin des Programms INTRO der Behörde für Kultur und Medien Hamburg. Sie hat sich in Kooperation mit der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte mit dem Deportationsgeschehen sowie heutigen Formen der Erinnerung an diese Ereignisse auseinandergesetzt. In dokumentarischen Kurzfilmen zeichnet Mila Klintsova die Deportationen aus verschiedenen deutschen Städten sowie die Stationen der Ermordung nach und lässt dabei Zeitzeug:innen und Expert*innen zu Wort kommen. Die Installation zeigt Standbilder aus den Filmen, die vor Ort über QR-Codes abrufbar sind.
„Wie lange werden wir hier sein?“
Der Titel ist ein Zitat aus dem 1985 erschienenen Erinnerungsbericht von Heinz Rosenberg, der als einer von über 1.900 Jüdinnen und Juden von Hamburg nach Minsk deportiert wurde. Er überlebte das Ghetto Minsk und mehrere Konzentrationslager. Seine Aussage drückt die Ungewissheit der Betroffenen über den Grund und das Ziel der zwangsweisen Verschleppung aus.
Die Installation ist vom 3. Juni bis 30. November 2026 Gedenkort im Lohsepark in der Hafen City präsentiert. Der Besuch ist kostenfrei und jederzeit frei zugänglich.
Mila Klintsovas Filme können auch auf Youtube angesehen werden: Kurzfilmreihe von Mila Klintsova zu den nationalsozialistischen Deportationen von Jüdinnen und Juden - YouTube.