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25.04.2024

„...ohne jede Hoffnung auf Rückkehr“. Hamburger Sammelorte der Deportationen

Collage aus verschiedenen Fotos
Links: Logenhaus an der Moorweidenstraße, um 1930. Rechts: „Platz der jüdischen Deportierten“ mit dem Logenhaus an der Moorweidenstraße im Hintergrund, 2024.

Eine Fotoinstallation in der „Fuge“ am denk.mal Hannoverscher Bahnhof, 27.4.–4.8.2024

Die Fotoinstallation „… ohne jede Hoffnung auf Rückkehr“. Hamburger Sammelorte der Deportationen zeigt vom 27. April bis 4. August 2024 Großfotos von ehemaligen Sammelorten von Deportationen am Gedenkort „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ in der HafenCity.

Eine kostenlose Broschüre mit weitergehenden Informationen gibt es zum Download oder zu den Öffnungszeiten (täglich 12–18 Uhr) im Infopavillon am Lohseplatz.

Broschüre 

english version

Die Installation stellt den Fruchtschuppen C als Sammellager für die Deportation der Sintize, Sinti, Romnja und Roma ins Zwangsarbeitslager Belzec im Mai 1940 vor sowie fünf Orte, die zu unterschiedlichen Zeiten als Sammelstellen für die Deportationen der Jüdinnen und Juden genutzt wurden: das Logenhaus an der Moorweidenstraße, das damalige Jüdische Gemeinschaftshaus in der Hartungstraße, die damalige Volksschule Schanzenstraße im Schanzenviertel, das damalige Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde in der Beneckestraße sowie die Talmud-Tora-Schule im Grindelhof.

Historische Fotos der Deportationsorte

Gezeigt werden historische Fotos von Sammelorten norddeutscher Deportationen aus Hamburger Archiven sowie aktuelle Fotos, die der Fotograf Miguel Ferraz Araújo aus ähnlichen Perspektiven aufgenommen hat. Die Präsentation der sechs zwei mal vier Meter großen Banner ist in der sogenannten Fuge zwischen dem Lohseplatz und dem eigentlichen Gedenkort zu sehen.

Das Deportationsgeschehen war mit vielen Orten im Hamburger Stadtraum und in anderen Städten in Norddeutschland verknüpft. Die Verhaftungen, Menschenansammlungen vor den Sammelorten und die Verbringung in Mannschaftswagen zum Hannoverschen Bahnhof wurden von zahlreichen Menschen in ganz Norddeutschland beobachtet. Die Betroffenen wurden vor den Deportationen von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) oder der Kriminalpolizei zu Sammelstellen befohlen oder unter Zwang dorthin gebracht. Die Stunden oder auch Tage an diesen Orten bedeuteten für die meisten den Beginn eines Leidensweges durch Ghettos und Lager. Die meisten von ihnen wurden ermordet.

Titel basiert auf einem Zitat

Der Titel „… ohne jede Hoffnung auf Rückkehr“ ist einem Erinnerungsbericht der Hamburgerin Alice Kruse entlehnt, die am 14. Februar 1945 ins Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Alice Kruse geb. Nauen stammte aus einer jüdischen Familie und wurde im Jahr ihrer Geburt getauft. Sie war mit einem nichtjüdischen Mann verheiratet. Bei ihrer Deportation musste sie ihren Mann und ihren siebenjährigen Sohn zurücklassen. Sie überlebte und kehrte 1945 aus Theresienstadt zu ihrer Familie zurück. Sie hielt ihre Erinnerungen an die Deportationen 1969 in ihren eindrücklichen Aufzeichnungen fest.

Das Zitat von Alice Kruse und weitere Zitate aus unterschiedlichen Perspektiven, die die Fotos der Gebäude flankieren, lassen anklingen, was der Zwangsaufenthalt in den Sammelstellen für die Deportierten bedeuteten.   

Das Projekt ist Teil einer Reihe von Interventionen, die bis zur Eröffnung des Dokumentations­zentrums „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ im Lohsepark gezeigt werden.

Hamburg-Karte mit 6 blauen Punkten
Karte mit Orten aus der Installation
Installation "...ohne jede Hoffnung auf Rückkehr" in der "Fuge" am denk.mal Hannoverscher Bahnhof