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  • Donnerstag, 29. Oktober 2026
  • 18:00–20:00
  • Vortrag

Geschichtsort Stadthaus, Stadthausbrücke 6, 20355 Hamburg

Italiener und Italienerinnen im KZ Neuengamme: Ein vergessenes Kapitel der Geschichte

Nach der Verkündung des italienischen Waffenstillstands am 8. September 1943 zwischen der neuen italienischen Regierung und den Alliierten begann die systematische Deportation von Italiener*innen in deutsche Konzentrationslager. Im KZ Neuengamme waren insgesamt rund 1.200 italienische Häftlinge inhaftiert, darunter etwa 100 Frauen.

Die Mehrheit trug den roten Winkel der politischen Häftlinge. Es waren Partisan*innen der Resistenza, Antifaschist*innen, Streikteilnehmer*innen oder Männer, die den Dienst in der faschistischen Italienischen Sozialrepublik (Republik von Salò) verweigerten. Hinzu kamen italienische Militärinternierte, Zwangsarbeiter sowie jüdische Verfolgte.

Die meisten von ihnen wurden in die Außenlager des KZ Neuengamme verlegt, wo sie unter mörderischen Bedingungen Schwerstarbeit leisten mussten.

Zu ihnen gehörte auch Sebastiano Ziliotto aus Crespano del Grappa. Er wurde gemeinsam mit weiteren Bewohner*innen seiner Heimatregion verhaftet und zunächst in das KZ Dachau verschleppt. Als Einziger dieser Gruppe kam er anschließend in das KZ Neuengamme, wo er die Haft nicht überlebte. Im September 1944 begann die Wehrmacht und SS mit der sogenannten „Operation Piave“ am Monte Grappa, um die Partisanenbewegung zu zerschlagen. Mehr als 170 Partisanen wurden erschossen. Aus den Orten rund um den Monte Grappa wurden zudem fast 50 Menschen in das KZ Dachau deportiert, zahlreiche Höfe in der Region niedergebrannt.

Auch der in Hamburg eingesetzte Zwangsarbeiter Pietro Beltrando kam im KZ Neuengamme ums Leben. Er war bei der Firma F. H. Schule Mühlenbau zur Zwangsarbeit eingesetzt, wurde verhaftet und in das KZ Neuengamme verschleppt.

Die Veranstaltung mit Susanne Wald (Projektgruppe italienische Militärinternierte Hamburg) widmet sich den Lebenswegen und Schicksalen dieser Menschen. Sie möchte ihr Gedenken in Hamburg lebendig halten und die Besonderheiten ihrer Verfolgungsgeschichte beleuchten. Ein besonderer Abschnitt wird sich mit den Opfern der „Operation Piave“ am Monte Grappa befassen.

Eine Veranstaltung der ANPI Gruppe in Hamburg in Kooperation mit der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte. Keine Anmeldung notwendig.