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24.03.2026

Sonderausstellung in der Gedenkstätte Poppenbüttel: Schüler*innen einer 9. Klasse stellen ihre Modelle für ein Erinnerungszeichen vor

Ein Tisch in der Mitte des Ausstellungsraumes, voll mit Modellen und Bastelsachen
Blick in die Schüler-Ausstellung

Wie wollen junge Menschen an das KZ-Außenlager in Sasel erinnern? Ein Kunstkurs des Gymnasium Oberalster präsentiert Modelle für sichtbares Gedenken am Plattenhaus

Eine 9. Klasse des Gymnasium Oberalster hat sich im vergangenen Herbst mit der Geschichte des Außenlagers des KZ Neuengamme beschäftigt, das sich 1944/1945 in ihrem Stadtteil in Hamburg-Sasel befand. Zunächst besuchten die Schüler*innen mit ihrer Lehrerin Janna Volland die Gedenkstätte Poppenbüttel, die sich in einem ehemaligen Plattenhaus befindet. Sie beschäftigten sich in Kleingruppen mit den Biografien der ehemaligen Häftlinge Wanda Edelmann, Lucille Eichengreen, Helga Melded, Madeleine Schulps und Teresa Stiland. Die Schüler*innen arbeiteten aus den Lebensläufen Erfahrungen und Gefühle zunächst heraus – Schmerz, Wut, Trauer, Hoffnung, Warten, Angst... Diese Gefühle übersetzten sie dann in unterschiedliche Farben und Formen. Ziel war die Erstellung von Modellen aus unterschiedlichen Materialien für ein zukünftiges neues Gedenkzeichen, das im Außenraum der Gedenkstätte auf den Ort aufmerksam machen soll.

Die fünf Gruppen beschäftigten sich mit Fragen des Erinnerns: Was ist für junge Menschen aus dem Stadtteil wichtig, welche Botschaft möchten sie vermitteln, wie stellen sie sich ein sichtbares Zeichen vor Ort vor? Herausgekommen sind kreative Zugänge und Ansätze, die nun im Plattenhaus ausgestellt sind: Eine verspiegelte und begehbare Litfaßsäule bietet Informationen zur Biografie von Helga Melmed. Sie soll wie ein Spiegel wirken, eine „Warnung vor der Wiederholung der Ereignisse“. Ein weiteres Modell greift Elemente der Baustelle der Plattenhaussiedlung auf, auf der die Frauen schwere Arbeiten verrichten mussten. Ein Modell stellt einen „Gedenkturm“ dar, der für die ungebrochene Hoffnung der Frauen steht. Ein anderes stellt eine Figur mit Fernglas dar: Sie steht einerseits für die Gefangenschaft und umfassende Bewachung der Gefangenen, andererseits soll die Betrachter*innen zur Wachsamkeit anregen, die Freiheit der Menschen zu schützen. Ein anderes Modell nimmt ein zentrales Element aus den Berichten von Teresa Stiland auf: „Die Suppenschale in unserem Modell steht leicht schief, sodass die Gefühle von Teresa Stiland symbolisch aus ihr herausfließen. Die ausgewählten Gefühle sind Hoffnung, Zusammenhalt und Mut. Die Hoffnung fließt langsam heraus, weil Teresa sie während ihrer Zeit in Auschwitz teilweise verlor. Die anderen beiden Gefühle Zusammenhalt und Mut bleiben in der Schüssel, weil Teresa sie bis zum Ende ihrer Zeit dort spürte und sie ihr geholfen haben, durchzuhalten.“

Wir danken den Schüler*innen des Gymnasium Oberalster für ihre kreativen Ideen und vielfältigen Modelle. Sie werden uns auf dem Weg zu einem zukünftigen neuen Erinnerungszeichen im Außenraum der Gedenkstätte begleiten!

Die Modelle und Farbübungen der Schüler*innen sind bis Ende Juni 2026 zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte Poppenbüttel (Sonntag, 10 bis 17 Uhr) zu sehen.