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02.02.2026

Gedenken an das KZ-Außenlager Sasel am 27. Januar 2026

Eine große Menschenansammlung steht am Gedenkstein für das KZ-Außenlager Sasel.
Zahlreiche Interessierte kamen zur Veranstaltung am Gedenkstein für das KZ-Außenlager Sasel.

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus kamen über 180 Menschen am Gedenkstein für das Außenlager des KZ Neuengamme in Hamburg-Sasel zusammen. Sie setzten ein Zeichen für demokratische Verantwortung in der Gegenwart.

Erinnern dort, wo Geschichte sichtbar wird

Am 27. Januar 2026 versammelten sich Schüler*innen, Lehrkräfte, Vertreter*innen von Gedenkstätten und interessierte Besucher*innen am ehemaligen Standort des KZ-Außenlagers Sasel. Hier waren ab September 1944 rund 500 überwiegend jüdische Frauen unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert und zur Zwangsarbeit gezwungen worden.

Die Gedenkveranstaltung wurde vom benachbarten Gymnasium Oberalster organisiert und moderiert. In ihrem Grußwort betonte Dr. Christine Eckel (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte), dass die Geschichte des KZ Sasel lange unsichtbar, Spuren verschwunden und Stimmen verstummt gewesen seien. Erst durch das Engagement von Überlebenden, politisch aktiven Menschen aus dem Stadtteil, Schüler*innen und weiteren Unterstützer*innen sei es vor rund 40 Jahren gelungen, die Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel einzurichten. Mit Gedenkveranstaltungen wie dieser, mit Schulprojekten, Ausstellungsbesuchen und der Sichtbarmachung von Orten und Geschichten könne den Stimmen, die das Erinnern an die NS-Verbrechen infrage stellten, ein deutliches Zeichen entgegengesetzt werden.

Verantwortung in der Gegenwart

Anschließend sprach der Schulleiter des Gymnasiums Oberalster, Dr. Martin Widmann. Mit Blick auf die aktuelle politische Entwicklung betonte er die Bedeutung demokratischer Werte und forderte dazu auf, sich aktiv gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zu positionieren. Erinnerung sei nicht nur der Blick zurück, sondern immer auch ein Auftrag für die Gegenwart.

Schüler*innen des Gymnasiums Oberalster gaben schließlich einen Einblick in die konkrete Geschichte des KZ Sasel und die Haftbedingungen. Sie lasen aus Berichten von Überlebenden. Zwischen den Redebeiträgen begleiteten drei Schüler*innen die Veranstaltung auf ihren Querflöten und schufen damit Momente des Innehaltens.

Kreative Formen des Erinnerns

Darüber hinaus stellte der Kunstkurs der 9. Klasse Modelle vor, die Impulse für neue Erinnerungszeichen im Außenraum der Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel geben. Die Schüler*­innen haben sich dafür intensiv mit fünf Biografien von Inhaftierten auseinandergesetzt und ihre Gedanken, Fragen und Gefühle künstlerisch verarbeitet. Die entstandenen Arbeiten zeigen, wie Erinnerung durch kreative Auseinandersetzung lebendig gehalten werden kann. Die Modelle der Schüler*innen werden temporär in der Gedenkstätte ausgestellt werden.

Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung wurden Kerzen entzündet und Blumen am Gedenkstein niedergelegt.

Man sieht den Gedenkstein des KZ-Außenlagers Sasel, vor dem Blumen niedergelegt wurden.
Blumen und Kerzen vor dem Gedenkstein für das KZ-Außenlager Sasel.
Auf einem Tisch sind verschiedene Modelle von Schülern zu sehen, die Ideen für neue Gedenkzeichen im Außenraum der Gedenkstätte Poppenbüttel darstellen sollen.
Modelle von Neuntklässlern des Gymnasium Oberalster für Gedenkzeichen im Außenraum der Gedenkstätte Poppenbüttel.