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08.07.2026

KI, Social Media und digitale Räume – Bericht über das 5. rememBarcamp in Hamburg

Personen sitzen auf Stühlen und schauen nach vorne, wo "How to Barcamp" auf einer Leinwand steht und 2 Personen mit Mikrofon in die Gruppe schauen
5. RememBarcamp in Hamburg

Zum 5. rememBarcamp kamen am 2. und 3. Juli 2026 über 60 Teilnehmende in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme zusammen, um sich über digitale Erinnerungsarbeit auszutauschen.

Im Vordergrund des Barcamps stand die Vernetzung von Personen, die sich in verschiedenen Gedenkstätten und Institutionen bundesweit mit digitalem Gedenken an die NS-Vergangenheit beschäftigen. In 23 Sessions stellten die Teilnehmenden eigene Projekte vor, diskutierten darüber, vor welchen Herausforderungen sie aktuell stehen und wie stabile Netzwerke für die Zukunft ausgebaut werden können.

Viele Sessions zu digitaler Erinnerungsarbeit

Das bereits fünfte rememBarcamp wurde ausgerichtet vom Netzwerk Digital History and Memory sowie der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Gefördert wurde die Veranstaltung durch die Alfred Landecker Foundation. Teilnehmende aus über 50 Gedenkstätten und Organisationen kamen für das Barcamp nach Hamburg und hatten jede Menge Themen im Gepäck.

Das Besondere an diesem Format: Es gibt kein vorgegebenes Programm. Die Teilnehmenden bieten die 45-minütigen Sessions untereinander und auf Augenhöhe an. Das Programm entscheidet sich erst zu Beginn der Veranstaltung. So war auch beim rememBarcamp das Interesse groß, eigene Sessions einzubringen. Neben zuvor eingereichten Vorschlägen entstanden auch während der Begrüßungsrunde neue Ideen. Sessions wurden spontan entwickelt oder bereits bestehende Konzepte zu neuen Workshops kombiniert. Die Teilnehmenden des Barcamps konnten nach einem kurzen Pitch direkt abstimmen, welche Themen sie gerne besprechen oder zu welchen Projekten sie gerne mehr erfahren wollten. Durch diesen dynamischen Ansatz entstand das Programm spontan und bildete ab, was die Teilnehmenden in ihrer Arbeit aktuell bewegt und worüber sie sich austauschen wollten. 

KI, Games, Social Media

Als ein Schwerpunkt des Programms stellte sich das Thema Künstliche Intelligenz in der Bildungs- und Archivarbeit heraus. So präsentierte auch das Archiv der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ein neues KI-Portal zur digitalen Erschließung von Erinnerungsberichten und lud zum Erfahrungsaustausch ein. Das Barcamp hat erneut gezeigt, wie Künstliche Intelligenz die Gedenkstätten beschäftigt: Ihre Potenziale können für neue interaktive Zugänge genutzt werden und gleichzeitig bringt KI-Verfälschung neue Gefahren, auf die das Netzwerk Digital History and Memory bereits zu Beginn des Jahres in einem offenen Brief hingewiesen hat.

Ein weiterer Schwerpunkt der Sessions lag im Bereich Social Media und Resilienz. Wie können wir Hasskommentaren begegnen? Was bedeutet digitale Souveränität in der Arbeit von Gedenkstätten? Wie können wir uns für die Zukunft wappnen und Kooperationen umsetzen? In jeder Session erstellten die jeweiligen Teilnehmenden ein Poster mit den wichtigsten Erkenntnissen, so dass die Diskussionen im Nachhinein nachvollzogen werden konnten.

Der dritte Schwerpunkt war die Vorstellung und Diskussion von Praxisprojekten aus dem Bereich digitale Gedenkstättenarbeit.

Neue Ansprechpartner*innen für das Netzwerk

Das rememBarcamp war zudem Anlass, um zwei neue Ansprechpersonen für das Netzwerk Digital Memory and History zu wählen. 

Nach den rememBarcamps der letzten Jahre in Ravensbrück, Dachau, Hadamar und Berlin-Schöneweide sollte die Veranstaltung den Teilnehmenden auch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme näherbringen. So gab es zwischen den Sessions besondere Führungen über das Gelände, ins Archiv oder in das Klinkerwerk sowie das ehemalige Kommandantenhaus. Insbesondere das gemeinsame Abendessen mit Plov, einem usbekischen Reisgericht, in den Räumen der ehemaligen Walther-Werke war für viele Teilnehmende ein Highlight, um sich nach einem gelungenen Tag auszutauschen.

Die Veranstaltung wurde beendet mit einem Tagungskommentar – drei Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Bereichen teilten ihre Beobachtungen zu Entwicklungen, übergreifenden Themen und Trends.

Das 5. rememBarcamp hat deutlich gemacht, vor welchen Herausforderungen die (digitale) Erinnerungsarbeit in Deutschland steht, aber auch gezeigt, dass wir zukunftsfähige Netzwerke aufbauen können, um die gemeinsame Arbeit zu stärken.

RememBarcamp 2026 Gruppenfoto mit ca. 60 Personen, die auf Stufen stehen vor dem Studienzentrum in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Gruppenfoto RememBarcamp 2026
Auf dem RememBarcamp 2026 spricht eine Person in ein Mikrofon, andere Personen hören zu
RememBarcamp 2026
Vier Personen stehen vor Plakaten
Sessionposter Galerie auf dem RememBarcamp 2026