zurück zur Veranstaltungsübersicht
  • Dienstag, 7. April 2026
  • 18:00–20:00
  • Vortrag

Curiohaus, Großer Saal, Rothenbaumchaussee 15, 20148 Hamburg

Die Perspektive der Zeug*innen

Bei der Aufarbeitung der Verbrechen des Naziregimes in den ersten Jahren nach der Befreiung spielten die Nach­kriegsprozesse, die von den Alliierten anberaumt wurden, eine entscheidende Rolle. Wichtigen Anteil an der Urteilsfindung hatten Aussagen von Menschen, die das verbre­cherische Handeln der Täterinnen und Täter aus eigenem Erleben bezeugen konnten. Vor allem taten dies ehemalige Häftlinge aus Konzentra­tionslagern und Haftanstalten wie Fritz Bringmann, Albin Lüdke, Jupp Händler, Hans Schwarz und Herbert Schem­mel. Die von ihnen gelieferten Beweise trugen entschei­dend dazu bei, dass Täterinnen und Täter einer gerechten Strafe zugeführt werden konnten.

Das von der britischen Besatzungsmacht mit der Ausstellung von Ausweisen für Lebensmittelkarten und Bekleidungsgutscheinen beauftragte „Komitee ehemaliger politischer Gefangener“ – Vorgängerorganisation der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN) – richtete eine „Sonderabteilung zur Durchführung von Kriegsverbrecherprozessen“ ein. Sie benannte nicht nur Zeugen, sondern beriet und unterstützte sie auch. Nicht nur die Angaben zu Taten und Tätern, sondern auch die unterschiedliche Qualität der Zeugenaussagen selbst sowie deren politische bzw. persönlichen Hintergründe sind bisher wenig untersucht worden.

Referenten: Peter Badekow und Dieter Wilde (VVN Hamburg).

Eine Veranstaltung der GEW und der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Anmeldung erforderlich: info@gew-hamburg.de

Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Die Hamburger Curiohaus-Prozesse: NS-Kriegsverbrechen vor britischen Militärgerichten“, siehe Programmflyer.