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  • Dienstag, 20. Februar 2024
  • 19:00–21:00
  • Vortrag

Topographie des Terrors, Auditorium, Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg

Die „Hölle“ bezeugen. Frühe Berichte überlebender deutscher Jüdinnen und Juden aus Riga

Vortrag: Prof. Dr. Andrea Löw, München. Moderation: Prof. Dr. Peter Klein, Berlin. – Eintritt frei. Kooperationsveranstaltung der Stiftung Topographie des Terrors und der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte.

Im Herbst 1941 begannen die systematischen Deportationen von Jüdinnen und Juden aus dem Großdeutschen Reich in das deutsch besetzte östliche Europa. Eines der Ziele war Riga, die frühere Hauptstadt Lettlands. Zwischen dem 27. November 1941 und dem 6. Februar 1942 ließ das Reichssicherheitshauptamt etwa 20.000 Menschen zum Güterbahnhof Rīga-Šķirotava verschleppen. Die 1.053 Jüdinnen und Juden des ersten Transports aus Berlin wurden direkt nach ihrer Ankunft im Wald von Rumbula von Angehörigen der Sicherheitspolizei und lettischen Hilfspolizisten erschossen. Die Menschen der folgenden Transporte kamen in das Ghetto von Riga und die Lager Jungfernhof und Salaspils. Nur etwas mehr als 1.000 Deportierte erlebten die Befreiung.

In ihrem Vortrag zeichnet Andrea Löw anhand von fünf ausgewählten Selbstzeugnissen nach, was die Deportierten zu erleiden hatten. Siegfried Ziering, Heinz Samuel, Erna Valk, Anni Reisler und Johanna Rosenthal haben ihre Erfahrungsberichte nur wenige Wochen nach der Befreiung verfasst.